Interview mit dem Investmentbanker und Vorstand von Pallas Capital: Dr. Florian Koschat

1 year ago Learn from the best98

Florian Koschat ist der CEO von Pallas Capital. Einer Investmentbank mit Hauptsitz in Wien. Bekannt ist Herr Koschat auch vor allem darum, dass er als einer der wenigen Banker überhaupt Einblicke in sein Leben gibt und versucht Menschen bewusst zu machen, dass Geld etwas wichtiges im Leben ist. Ich finde dies interessant, da wir als Unternehmer doch oftmals gerade darauf bedacht sind, dies in der Öffentlichkeit nicht zur Schau zu stellen. Im Interview haben wir über Pallas Capital, Social Media und vor allem die richtige Zielsetzung und Arbeitsweise gesprochen. Viel Spaß beim lesen.

 

Felix: Wie sind Sie zum Investmentbanking gekommen?

Florian Koschat: Die Motivation war, dass ich schon immer wusste, dass Geld sehr wichtig ist. Und in der Financial Industry wird weltweit immer noch am meisten Geld verdient. Ich habe bei Banken gesehen, dass große Firmen sehr schnell Geld am Börsenmarkt bekommen können – diese Möglichkeiten haben mittelständische Unternehmen nicht und ich habe gewusst, dass dies ein Marktsegment sein kann, um in dieser Branche etwas bewegen zu können.

Felix: Auf was legen Sie dann gerade hier am meisten wert und welche Herausforderungen bringt dies mit sich?

Florian Koschat: Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschsprachigen Wirtschaft. Es ist eine sehr emotionale Thematik, da oft die Gründerfamilien hinter dem Unternehmen stehen und es dadurch auch ein sehr persönliches Thema ist. Wir müssen also auch gerade diese persönlichen Aspekte in unser Handeln mit einbeziehen.

 

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Bild von  @martinmiskic (Instagram)  // Quelle: @floriankoschat (Instagram)

 

Ich bin nicht zuletzt durch die sozialen Medien auf Sie aufmerksam geworden – ein Medium, welches in der Bankenbranche nicht zwingend üblich ist. Wie kamen Sie dazu, auf Social Media auch einen etwas aggressiven Weg einzuschlagen?

 Florian Koschat: Wir haben analysiert, dass wir in den ersten 10 Jahren unseres Unternehmens sehr viel Geld für konventionelle Marketingmethoden ausgegeben haben. Du musst dich jedoch auf die neuen Medien konzentrieren, um wirklich voranzukommen. Das Mindeste für jemanden, der in der Digitalisierung mitspielen will, ist, dass er sich seinen ,,digitalen Footprint“ macht und zumindest einmal auf den sozialen Medien aktiv ist und Content produziert.

Mit dieser Prämisse haben wir mit unserer Youtube-Serie ,,MoneyTalks‘‘ begonnen. Wir haben aber gesehen und gelernt, dass du auch etwas Entertainment und Lifestyle dazumischen musst, sodass du die Leute auch bei Laune hältst und eine breitere Masse erreichst. Und die dritte Komponente ist die Motivation, welche ich dadurch vermitteln will. Ich wehre mich immer dagegen, dass junge Leute nichts bewegen wollen und versuche hierdurch diese zum Handeln zu bringen.

Felix: Man muss sich heutzutage abheben – etwas Besonderes sein.

Florian Koschat: Es gibt für erfolgreiche Konzepte die klare Regel: ,,Break the rules‘‘. Klar spielen wir auch etwas bewusst mit dem Klischee des Investmentbankings, um gezielt auszubrechen.

 

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Foto: erikazormann (Instagram) // Quelle: @floriankoschat (Instagram)

 

 

Was hebt Sie denn Ihrer Meinung nach gerade bezogen auf Pallas Capital von anderen Banken ab?

Florian Koschat: Wie gesagt unsere Fokussierung auf den Mittelstand. Hier haben wir uns ein ganz spezifisches  Know-How aufgebaut. Know-How zum Thema Nachfolgeregelung oder wer kauft mein Unternehmen zu einem seriösen Preis? Wer garantiert mir den Standort, welcher für viele Unternehmer erhalten bleiben muss? Wer bringt mir Eigenkapital? Wer bringt mir Mezzanine-Kapital? All diese Lösungen sind bei uns ein Spezial-Know-How, welches wir uns in den letzten 12 Jahren angeeignet haben.

 

Wie gehen Sie bei der Auswahl von Mitarbeitern vor? Auf was legen Sie hier wert und was ist Ihnen wichtig?

Florian Koschat: Ich lege auf das Studium nicht zwingend einen Wert. Ich lege Wert auf die Persönlichkeit. Wenn junge Menschen dieses Feuer in den Augen haben. Dass sie hungrig und loyal sind und Ziele vor Augen haben. Das schönste ist, wenn jemand zu mir kommt und sagt, dass er Millionär werden möchte. Dann zeige ich ihm was er dafür tun muss und gebe ihm das nötige Werkzeug mit.

Ich bin sowieso dafür, dass wir das Thema Lehre und Duales Studium mehr forcieren müssen. Das klassische Studium ist unserer Zeit auch weitaus überholt.

Natürlich fordern wir unsere Mitarbeiter. Wir sind auf Leistung fixiert. Ganz im Vordergrund steht Loyalität, Hunger, Ehrgeiz und Fleiß.

Felix: Ein Studium zählt auch meiner Meinung nach nicht mehr viel. Die Welt verändert sich immer rapider. Es ist viel wichtiger, sich persönlich anzupassen und sich zumindest niemals auf seinem Studium auszuruhen.

 

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Quelle: floriankoschat (Instagram)

 

 

Ich glaube, dass die wenigsten Menschen einfach keine Ziele mehr haben und nur den vorgeschriebenen Weg sehen und gehen. Ich denke, dass Ziele auch gerade in Ihrer Unternehmenskultur eine große Rolle spielen?

Florian Koschat: Ziele sind überhaupt das Wichtigste. Für das Unternehmen an sich, den Unternehmer und auch für die Mitarbeiter. Ich geh sogar noch weiter: Die Ziele müssen mit Bildern hinterlegt werden. Dies nennt sich positive Autosuggestion. Du musst das Ziel aufschreiben, es zu Papier bringen. Denn nur wenn das Ziel steht, und du es liest, beginnt der unterbewusste Prozess.

Felix: Wie kann ich denn ein solches Bild erzeugen?

Florian Koschat: Das einfachste Beispiel ist das Ziel ein schönes Auto zu haben. Du musst dieses so genau wie möglich ausdrücken. Ich möchte also nicht nur einen BMW, sondern einen BMW 330i – schwarz und mit beigem Leder. Du musst es wirklich ganz genau spezifizieren. Dann gehst du ins Autohaus und setzt dich in einen solchen BMW. Versuchst dich mit der Materie zu verbinden und um zu wissen, wie viel genau dieses kostet. Erst dann beginnt der Prozess im Gehirn, dass du es darauf einstellst was es wirklich will. Du musst das Ziel angreifbar machen.

 

Ich mag das Wort zwar nicht – aber was sind Ihrer Meinung nach andere, elementare ,,Erfolgsfaktoren‘‘?

Florian Koschat: Für mich gibt es dafür mehrere Säulen. Zuerst einmal musst du etwas finden, was du wirklich gerne machst und liebst. Es bringt dir nichts, wenn du etwas machst, aber keinen Spaß dabei hast. Dann musst du deine Stärken kennen. Ich bin ein Fan davon, seine eigenen Stärken auszubauen. Und dann musst du natürlich fleißig sein und Tag und Nacht arbeiten. Der Fokus ist hier noch wichtig. Dann musst du die ,,Nein-Sager‘‘ ignorieren und dich mit den Menschen umgeben, die dich aufbauen und motivieren. Ganz ganz wichtig ist: wenn es dich auf die Nase haut, dann musst du immer wieder aufstehen. Und zuletzt haben wir beim Thema Social Media besprochen, dass du auch einmal Regeln brechen musst. Du musst etwas aggressiver und frecher sein.

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